Jugendschutzgesetz in "Ampelform"

Richtig gut gelungen ist der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die Darstellung des Jugendschutzgesetzes. Relevante Daten werden übersichtlich in Ampelform aufgeführt – hier anschauen/downloaden:

Jugendschutzgesetz 2016

(PDF 628,KB).

Alkoholkrank?

Sich selbst aufrichtig einzugestehen, ein Alkoholproblem zu haben, ist zunächst die größte Hürde, die zu meistern ist. Süchtige, das sind nicht automatisch die Tippelbrüder auf der Parkbank – nein, es sind mitunter Menschen wie Sie und ich, die mitten im Leben stehen. Dabei ist es unerheblich, ob der oder die Betroffene Akademiker oder Arbeiter ist. Es kann jeden treffen. Unabhängig von Alter und Geschlecht. Auch Menschen, die bisher moderat mit Alkohol umgehen konnten, können eine Abhängigkeit entwickeln.

Eine Alkoholkrankheit fällt nicht als Gesamtpaket vom Himmel und platzt in unser Leben. Sucht hat immer eine Vorgeschichte, sie baut sich langsam auf, mehr und mehr verstricken wir uns in der Abhängigkeit. Bewusst wird uns das leider meist erst, wenn dieser Prozess nicht mehr umkehrbar ist, wenn als einzige Alternative nur noch die strikte Abstinenz vom Suchtmittel bleibt. Wenn also jemand sagt „bei mir ist das noch nicht so schlimm“, der sollte die Betonung auf das „noch“ legen, denn es gibt in der Sucht nur einen Weg und der führt bergab.

Niemand von uns hatte das Ziel, Alkoholiker zu werden. Umso bitterer ist die Erkenntnis, in die Suchtfalle getappt zu sein. Irgendwie wissen wir ja schon längst, dass wir unser Trinkverhalten nicht im Griff haben. Zeitgleich hoffen wir, dass es nicht so ist und klammern uns an vermeintliche Erfolge wie kontrolliertes Trinken, um uns letztlich wieder ein bisschen mehr in der Sucht zu verfangen.

Solange das Suchtmittel uns noch mehr gibt, als es uns nimmt, ist es schwierig auszusteigen. Der Punkt, an dem sich diese Erkenntnis umkehrt, liegt bei jedem Menschen woanders. So verschieden unsere Wege in die Sucht waren, so individuell ist auch der Tiefpunkt, den wir erleben müssen, um aus der Sucht aussteigen zu können.

 

Hilfe ist möglich!

Die gute Nachricht ist aber, dass Hilfe möglich ist! Es gibt jetzt mehrere Wege, die auch parallel in Anspruch genommen werden können. Suchen Sie einen Arzt Ihres Vertrauens auf und sprechen Sie mit ihm offen über Ihr Problem. Aber aufgepasst – vielen Ärzten fehlt es an Erfahrung im Bereich der Suchtmedizin. Sollte der Arzt das Suchtproblem nicht erkennen, nehmen Sie das nicht als Freibrief, sondern holen Sie sich eine zweite Meinung von einem Mediziner, der sich auf dieses Gebiet spezialisiert hat.

Zunächst muss mit dem Arzt abgeklärt werden, wie und wo die körperliche Entgiftung vom Suchtmittel erfolgen soll. Abzuraten ist grundsätzlich von „kalten Selbstentzügen“ – diese sind nur selten von Erfolg gekrönt und können lebensgefährlich sein! Auch die Wahrscheinlichkeit, sich erfolgreich durch „Runterdosieren“ oder „Runtertrinken“ zu entgiften, liegt bei null. Am sichersten ist der stationäre Entzug, der meist durch Gabe von Medikamenten erleichtert wird. Viele Kliniken bieten auch eine qualifizierte Entgiftung an, bei der die Patienten auch therapeutische Hilfe erfahren. Letztere kann auch eine Langzeit-Therapie einleiten.

Die Suchtberatungsstelle kann (und sollte) eine Anlaufstelle sein. Diakonie und Caritas sind in fast jeder Stadt vor Ort vertreten. Hier können Sie sich beraten lassen, welche Möglichkeiten sich Ihnen bieten, den Ausstieg aus der Sucht zu schaffen. Denn auch die Wege aus der Abhängigkeit sind so einzigartig wie wir selbst.

 

Befreit leben lernen ...

Einen wesentlichen Beitrag zur dauerhaften und zufriedenen Abstinenz kann der regelmäßige Besuch einer Selbsthilfegruppe sein. Schauen Sie sich verschiedene Gruppen an und entscheiden dann, wo sie dauerhaft hingehen möchten. Das Blaue Kreuz ist bundesweit in zahlreichen Gemeinden vertreten. Keine Angst vor dem Gruppenbesuch – beim Blauen Kreuz in Deutschland und auch bei vielen anderen Selbsthilfe-Initiativen treffen Sie auf Gleichgesinnte! Wir sitzen „in einem Boot“ – wir haben alle ähnliche Erfahrungen mit der Sucht gesammelt und wissen, wie „es sich anfühlt“.

Alles Gute – wir sehen uns beim nächsten Treffen,

Ilona Alice Bühring

(IAB)